Meine LowCarb-Erfahrung

Heute gibt es von mir einen Post der etwas anderen Art zu lesen, aber ursprünglich war sogar genau das ja der Plan für die nächste Zeit. Auslöser dieses Posts sind die letzten Wochen, in denen ich probeweise auf den Low Carb Zug aufgesprungen bin und die Erfahrungen, die ich dadurch gemacht habe.

Seit ich klein bin, habe ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen, als ich es gerne hätte. Mein BMI lag dabei nie im Bereich des Übergewichts, aber halt immer nahe dran. Und das hab ich dann eben auch ständig zu hören bekommen. Das hat mir ziemlich zu schaffen gemacht, vorallem weil ich seit meinem 6. Lebensjahr tanze. Mit 9 Jahren ging es dann mit dem Turniersport Standard und Latein los. Leider macht es einfach keinen Spaß, Kleider schneidern zu lassen oder zu kaufen, wenn du immer hörst „da muss aber was über dem Bauch/über der Hüfte sein, sonst sieht das blöd aus. Das und das und das muss aber kaschiert werden“. Und was beim Tanzen anfing, ging im Alltag bei der Auswahl der Kleidung jeden Morgen weiter. Es frustriert einfach mit der Zeit und dieser Frust zieht sich dann durch den gesamten Tag (ist bei mir zumindest öfter mal der Fall). Jedenfalls hat sich bisher einfach nichts getan. Früher trotz zeitweisem Kalorienzählen und intensivem Sport nicht und heute dank Ausbildung, Job und Stress sowieso nicht. Seit ziemlich genau einem Jahr gehe ich jetzt wieder regelmäßig ins Fitnessstudio. Ich merke auch, dass sich was an meiner Kondition, der allgemeinen Fitness und vorallem meiner (wieder mehr vorhandenen) Ausgeglichenheit etwas getan hat. Nur am Gewicht nicht.

Wer ein bisschen viel im Netz unterwegs ist, wie ich, bekommt es auf Blogs, Instagram, Facebook und Co. mit: Clean Eating hier, Low Carb da. Und das mit dem Low Carb hab ich jetzt mal ausprobiert. Ausschalggebender Grund waren die vielen positiven Erfahrungen und Berichte – nicht nur im Netz, sondern auch im Freundeskreis und in der Familie. Als Ziel habe ich mir mal 3 Wochen gesteckt. Los ging es dann an Aschermittwoch.

Diese Herausforderung, sich nur mit einer bestimmten, reduzierten Anzahl an Gramm Kohlenhydraten am Tag zu ernähren, erfordert natürlich erst einmal, dass man sich mit der ganzen Thematik auseinander setzt. Sprich: Was kann ich essen? Wo sind die Carb Bomben, was sollte ich besser meiden? Ganz wichtig ist dabei ja schon, die Nähwerttabelle beim Einkaufen im Blick zu behalten. Ich wusste ja gar nicht, dass beim Lebensmittelkauf SO viel Zeit draufgehen kann! Was mir außerdem unheimlich geholfen hat, war die App FDDB Extender, die ich auf meinem Handy sowie auf meinem Tablet nutze. Hinter dieser App steht nämlich eine riesige, gut befüllte Datenbank an Lebensmitteln und ihren Nähwerten – man findet also so ziemlich alles dort. Entweder man gibt es einfach im Suchfenster ein oder nutzt den Barcode-Scanner, um das Produkt zu scannen und sich dann anzeigen zu lassen. Meistens sind auch schon einige Portionsgrößen zur Auswahl dargestellt, was mir ziemlich geholfen hat. Ständig alles abzuwiegen ist einfach viel zu nervig. Man gewöhnt sich aber dran und lernt es ziemlich schnell, die Portionsgrößen selbst einzuschätzen. Ziemlich hilfreich war für mich auch die Nähwertansicht inklusive Tortendiagramm, bei der man direkt sehen konnte, wie viel Gramm man eben um Beispiel an Kohlenhydraten an diesem Tag schon zu sich genommen hat. Mal abgesehen davon kann man in der App auch sein Gewicht angeben und sich somit eventuelle Erfolge anzeigen lassen. Mit der Pro Version bekommt man noch einige andere Features dazu, die ich aber ehrlich gesagt nicht unbedingt brauche und ich mir somit das Geld gespart habe.

Die ersten Tage liefen ehrlich gesagt ziemlich gut, ich war Topmotiviert, hab viel Salat und mageres Fleisch gegessen, morgens Rühr- oder Spiegelei und auch sonst generell sehr viel Ei. Unterstützend hab ich mit Caseinpulver bestellt. Das Vorhaben, abends einen Casein-Shake zu trinken statt zu abend zu essen, hat sich nach dem ersten Shake allerdings sofort zerschlagen, da die pulvrige Konsistenz des Shakes einfach nur widerlich war und das Zeug vor allem auf leerem Magen ziemlich rumort hat. Also lieber noch nen Salat oder nen Smoothie. Mein Pürierstab-Mixer-Set hab ich in der Zeit wieder richtig lieben gelernt. Jeden Tag gab es mindestens einen großen Smoothie. Aber auch hier muss man leider auch darauf achten, welches Obst man sich püriert.

Nach und nach werden die Mahlzeiten aber leider etwas einseitig. Ich hab mich so ziemlich dumm und dämlich gegooglet, was man denn kochen, backen und snacken könnte. Die meisten Ideen wurden aus den beiden Hauptgründen Zeit und Geld wieder verworfen. Das mit dem Geld ist nämlich auch so ein Knackpunkt. Neben der ganzen Zeit, die draufgeht, gibt man auch wahnsinnig viel Geld aus. Ist ja eigentlich nachvollziehbar, da man einige Lebensmittel nicht einfach weglässt, sondern sich dafür gesündere und kohlenhydratärmere Alternativen dafür sucht. Für den kleinen Studentengeldbeutel ist es also eher nichts. Aus Motivation wurde im Laufe der Tage ein ständiges Hungergefühl und ebenso ständige Appetitlosigkeit. Und dann ist da ja noch Instagram. Also, wer ernsthaft vorhat, sich ein paar Wochen Low Carb zu ernähren, der sollte besser die Finger vom Instagram weglassen. Und von Pinterest. Und am besten generell vom Internet, denn irgendwie lauern an jeder Ecke Bilder und Rezepte von leckerem, aber oft leider auch sehr kohlehydrathaltigem Essen. Was für mich außerdem sehr schwierig war, waren die paar Tage Heimatbesuch während dieser Zeit. Natürlich wird mindestens einmal festlich bei Oma gegessen. Normalerweise. Oma war aber ganz klasse und hat sich meiner derzeitigen Ernährung angepasst. Dann geht man mal mit den Mädels zu Mittag essen. Kein Problem – überall bekommt man tolle Salate. Aber bleibt man dann echt so stark, wenn der Rest sich Burger, Pommes und Pasta reinhaut? Und wenn man dann doch standhaft bleibt, darf man sich immer und überall rechtfertigen. Ist ja eigentlich nicht schlimm, immerhin mach ich das ja für mich und gesunde Ernährung ist gut – aber es nervt auf Dauer einfach extrem. Und wenn die Motivation dann mal alle ist und sich auch auf der Waage seit Tagen nix mehr tut, macht man irgendwann nicht mehr weiter. Zumindest geht bzw. ging es mir so. 2,5 Wochen hab ich trotz Cheatdays 1x pro Woche „nur“ durchgehalten.

Auch wenn ich mein mir gesetztes zeitliches Ziel nicht erreicht habe, waren diese Tage trotzdem ein Erfolg für mich. Ich habe 3,5kg abgenommen, meine Grenzen ausgetestet und das wichtigste: Ich hab mich mit meiner Ernährung auseinander gesetzt. Normalerweise bin ich ein kleiner Obst und Gemüsemuffel. Nicht, weil ich es nicht mag, aber irgendwie esse ich davon einfach lange nicht so viel, wie ich eigentlich sollte und möchte. Das hat sich in der letzten Zeit durch dieses Experiment sehr stark geändert und ich habe mir vorgenommen, das so auch beizubehalten. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, nicht mehr so ins alte Muster zurück zu fallen. Das bedeutet für mich: Genug Obst und Gemüse, vollwertige Kost, kein weißes Mehl, kein raffinierter Zucker, kleinere Portionen. Ich werde weiterhin meine Mahlzeiten und mein Gewicht bei FDDB eintragen, damit ich den Überblick und den Ansporn behalte. Sport mache ich sowieso weiterhin 2-3 mal die Woche. Insgesamt will ich mich einfach gesünder und bewusster ernähren. Ständig Hunger, aber keinen Appetit zu haben, ist nix für mich. Genauso wenig, wie mir so viele Lebensmittel zu verbieten, die ich gerne esse, oder auf die ich Lust habe. Dafür esse ich einfach zu gerne 😀 Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, in Zukunft die ein oder andere Low-Carb-Woche einzulegen, allerdings muss ich dann dazu auch entsprechend motiviert sein. Ob es Sinn macht, die Ernährung über so einen kurzen Zeitraum von ca. 7 Tagen umzustellen, ist außerdem die Frage. Ich denke aber, dass muss man dann für sich selbst entscheiden, ausprobieren und einfach sehen, ob es gut tut.

Zum Schluss:
Natürlich bin ich kein Ernährungsexperte, weshalb ich mir gut vorstellen kann, dass ich diese Wochen an der ein oder anderen Ecke ein bisschen falsch angegangen bin. Was für mich nicht unbedingt optimal ist, vorallem in dem Fall über einen längeren Zeitraum, kann trotzdem für andere genau das Richtige sein. Für mich ist einfach wichtig, dass ich es ausprobiert habe und um die Erfahrung reicher bin. Allein wenn sich durch diese Wochen meine Ernährung ein bisschen mehr Richtung gesund bewegt, bin ich schon sehr zufrieden 🙂

Wie siehts bei euch aus? Habt ihr Erfahrungen mit LowCarb-Ernährung gemacht?

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Vitaminkick

Ich liebe Obst – trotzdem sieht man mich fast nie welches essen. Wieso, weiß ich auch nicht genau. Um dennoch auf meine tägliche Portion Vitamine zu kommen, habe ich was ganz tolles für mich entdeckt, und zwar die Früchte einfach in pürierter Form zum Trinken, oder auf neudeutsch: Smoothies. Aber nicht die gekauften, bei denen man nie weiß, was da jetzt genau richtiges Obst ist, was Geschmacksverstärker und was Farbstoffe sind. Ist auch überhaupt nicht notwenig, man kann sich die Dinger ja auch ganz leicht selbst machen. Das Einzige, was man dazu braucht, ist verschiedenes Obst, Säfte und einen Mixer oder Pürierstab.

vitaminkick

Hier habe ich ein paar Erdbeeren, eine halbe Banane und ein bisschen Fleisch von einer Zitrone zusammen mit etwas Orangensaft kleingematscht. Da bis auf die Bananen alles aus dem Kühlschrank kam, hatte das Ganze eine angenehme Kälte. Wenn euch das nicht kalt genug ist, könnt ihr einfach ein paar Eiswürfel oder Crushed Ice dazutun. Oder ihr benutzt einfach Tiefkühlobst, was ich auch im Winter immer ganz gerne mache, wenn es kein frisches Obst gibt. Generell können die Zutaten immer variiert werden – eben ganz ja nachdem, was mach gerade zuhause hat oder einfach, worauf man gerade Lust hat. So wird es auch nicht langewilig 🙂
Wer im Sommer Eis haben möchte, aber wie ich überhaupt nicht auf Milcheis steht, kann den Smoothie auch einfach in diese Eisförmchen von Tupper oder Ikea füllen und ins Gefrierfach stellen und schon habt ihr ein paar Stunden später ganz gesundes Eis nach eurem Geschmack!

Und weil ich ja nicht den ganzen Tag Smoothies oder generell Säfte trinken kann und den ganzen künstlichen Süßkram, angefangen bei Cola bis hin zu Wasser mit Geschmack, einfach mal so gar nicht trinke, hau ich mir mein Obst auch noch ganz gerne einfach in die Wasserflasche. Eigentlich trinke ich sonst wirklich den ganzen Tag Wasser oder Tee oder Kaffee, was schnell mal langweilig werden kann. Wenn das passiert, presse ich eine viertel Zitrone über meiner Flasche aus oder werfe ein wenig TK-Obst hinein. Damit schlage ich dann gleich drei Fliege mit einer Klappe: Vitamine, weniger Langeweile durch guten Geschmack und außerdem wird man dadurch noch dazu angeregt, mehr zu trinken, da man durch die Süße mehr Durst bekommt.

Ich liebe die Möglichkeiten, Obst noch auf eine andere Art zu verzehren, als direkt zu Essen. Habe durch die Smoothies etc auch definitiv weniger Lust auf Süßes, was ja ganz klar ein positiver Nebeneffekt ist.

Pizzabrot

Super leckeres Pizzabrot, geht schnell und schmeckt lecker! Kann man übrigens auch als Pizzaboden verwenden!

Ihr braucht dazu:
500g Mehl
250 ml Wasser
1 Päckchen Trockenhefe
1TL Salz
3 – 4 EL Olivenöl

Für später:
Salz
Olivenöl
Italienische Kräuter

Als erstes gebt ihr alle Zutaten in eine Schüssel und knetet alles zu einem glatten Teig. Danach muss der Teig mindestens eine Stunde, am besten abgedeckt auf der Heizung, ruhen. Danach teilt ihr die benötigte Menge vom Teig ab un rollt ihn dünn aus. Falls ihr kein Nudelholz habt, mit einer leeren Wein- oder Bierflasche funktioniert das auch ganz gut 😉 Dann noch ein wenig Olivenöl auf den Teig streichen und etwas Salz darüber streuen und dann, je nach Teigdicke, ca. 10-20 min im Ofen backen.

Den Belag des Teigs kann man nach Lust und Laune variieren, zum Beispiel mit Tomaten, Aufschnitt und Käse als Pizza.

Der Teig hält sich im Kühlschrank ca. eine Woche. Das bedeutet, man kann immer die benötigte Menge frisch backen!

Viel Spaß beim Nachmachen 🙂